Weltcup-Auftakt in Berlin: Kira Toussaint greift Weltrekord an

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Weltcup-Auftakt in Berlin: Kira Toussaint greift Weltrekord an

Am Freitagvormittag erfolgte der Startschuss beim FINA Swimming World Cup 2021 in Berlin, und die Stars aus aller Welt schürten dabei schon viel Vorfreude auf den ersten Finalabschnitt heute Abend (ab 18:00 Uhr hier im Livestream). Ihrer Favoritenrolle auf eindrucksvolle Weise gerecht wurden dabei Australiens Sprintstars Emma McKeon (23,84 Sekunden) und Kyle Chalmers (21,18) als jeweils Vorlaufschnellste*r über 50m Freistil. „Ich liebe Deutschland. Ich habe hier viel Spaß“, sagte Chalmers. „Es war eine lange Reise mit vielen Rennen, aber ich hoffe natürlich, dass ich hier ein paar wirklich schnelle Zeiten liefern kann.“

Chalmers hatte nach Olympia-Gold 2016 in Tokio diesmal Silber gewonnen, McKeon war bei den Spielen in Japan mit viermal Gold sogar die erfolgreichste Teilnehmerin gewesen. In der Schwimm- und Sprunghalle am Europasportpark (SSE) könnten ihnen womöglich aber andere die Show stehlen. Kira Toussaint zum Beispiel, die Niederländerin (NED) glänzte trotz früher Stunde über 50m Rücken in 26,19 Sekunden. Bis zu ihrem Weltrekord aus dem Vorjahr (25,60) ist es gar nicht unerreichbar weit. Und von hinten pusht ja auch noch Margaret Mac Neil (26,25) – dass Kanadas Schmetterlings-Olympiasiegerin auch in dieser Disziplin so schnell ist, beeindruckt durchaus. „Ich war mit meiner Zeit heute Morgen zufrieden, es war eine ziemlich gute Zeit“, sagte Toussaint: „Vor zwei Wochen war ich mit 25,73 ganz nah am Weltrekord. Ich weiß nicht, ich bin hier nicht getapert oder ausgeruht oder so, aber manchmal knallt es einfach, also kann es jederzeit passieren, denke ich, aber man weiß es nie wirklich vorher, aber ich versuche es immer, jedes einzelne Mal.“

Sieghoffnungen gibt es auch im Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). So glänzten Isabel Gose über 400m Freistil (4:03,61 Minuten) und Christian Diener über 200m Rücken (1:53,47) jeweils als Vorlaufbeste*r. „Ich will hier in allen Rennen gewinnen, in denen ich antrete“, sagte Diener. Ein Sprung in die Top 20 der Weltcup-Wertung scheint an diesem Wochenende damit für den Potsdamer möglich, zwischen 12.000 US-Dollar (Platz eins) und 4.000 US-Dollar (Platz 20) sind dafür bei jedem der vier Weltcup-Meetings im Oktober ausgelobt. Die Olympiasechste Gose verwies zudem darauf, dass sie mit EM-Silber auch schon auf der Kurzbahn Erfolge vorweisen kann, räumte vor dem Finale aber auch ein: „Ich habe immer ein bisschen Angst, mich zu verzählen. Das ist ja eigentlich wie die 800 Meter auf der langen Bahn, nur dass wir halt keine Kärtchen haben, die uns reingehalten werden. Und ich glaube da bin ich nicht die Einzige, die mal ein bisschen Schiss hat davor sich vielleicht zu verzählen.“

Nicht verzählt hat sich am Freitag definitiv der DSV-Frontmann Florian Wellbrock. Als Dritter über 400m Freistil (4:43,75 Minuten) erreichte der Freiwasser-Olympiasieger souverän das Finale, genau wie sein Teamkollege Lukas Märtens als Fünfter (3:44,57) und Sven Schwarz als Siebter (3:45,86). Olympiaheld Henning Mühlleitner, in Tokio überraschend Vierter, schied als Neunter (3:46,79) diesmal leider aus. Schnellster war der Niederländer Luc Kroon (3:41,94). „Ich fühle mich insgesamt wohl im Wasser, aber bei den großen Geschwindigkeiten merkt man schon noch, dass wir nach einer Pause erst wieder mit dem Training so richtig anfangen“, meinte Wellbrock.

Toll in Form präsentierten sich auch die deutschen Brustschwimmer. Über 100m wurde Fabian Schwingenschlögl in 57,20 Sekunden Zweiter hinter Arno Kamminga (NED/56,48), Lucas Matzerath (58,66) erreichte als Vierter ebenfalls den Endlauf. Und über die 200m Brust war die erst 17-jährige Flensburger Nele Schulze als Dritte (2:25,58 Minuten) sogar 19 Hundertstel schneller als 100m-Olympiasiegerin Lydia Jacoby (USA).

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