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SWC19 Tag 2: Medaillenregen für die deutschen Weltcup-Starter

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Florian Wellbrock

Beim FINA Swimming World Cup in Berlin sorgten die einheimischen Starter am zweiten Tag für richtig gute Stimmung. Es gab nicht nur den allseits erwarteten Sieg von Marathon-Mann Florian Wellbrock über die 1500m Freistil, sondern eine wahrhaftige Medaillenflut für die Athletinnen und Athleten aus dem Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV).

Doch der Reihe nach: Das erste packende Finale des Abends waren die 400m Lagen der Frauen, bei denen es einen ungarischen Doppelsieg gab. Katinka Hosszu bewies einmal mehr, dass dies ihre Paradestrecke ist. Sie dominierte das Feld von Beginn an und siegte in einer Zeit von 4:38,15 Minuten. Den zweiten Platz sicherte sich ihre Landsfrau Zsuzsanna Jakabos (4:44,06) vor der Italienerin Ilaria Cusinato (4:46,11).

Einen triumphalen Auftritt bot anschließend Doppel-Weltmeister Wellbrock und das trotz beginnendem Infekt. Der Magdeburger hatte vormittags deswegen schon die 200m Schmetterling im Vorlauf ausgelassen, um sich voll und ganz auf seine Paradestrecke 1500m Freistil zu fokussieren. Dies zahlte sich aus, souverän siegte er auch mit leicht angezogener Handbremse in einer Zeit von 15:10,82 Minuten. Zweiter wurde Albert Escrits (ESP), der nach 15:12,15 an der Matte anschlug, dicht gefolgt von David Aubry (FRA/15:13,14). „Die Zeit war mir heute nicht so wichtig, sondern nur der Sieg“, sagte Wellbrock, bevor er noch am Abend heimreiste. Auf die 200m Freistil am Sonntag verzichtet er nämlich lieber, weil er am Mittwoch unbedingt gesund ins vorolympische Höhentrainingslager nach Spanien reisen will.

Jessica Vall Montereo (ESP) sorgte für den Überraschungscoup des Abends, sie sicherte sich die Goldmedaille im 100m-Brust-Finale in einer Zeit von 1:07,76 Minuten. Nach dem Rennen sagte die zierliche Spanierin, dass sie nur noch ins Ziel wollte, weil ihre Beine bereits so schwer geworden waren. Zweite in diesem spannenden Rennen wurde Miho Teramura (JPN) in 1:07,78. Die deutsche WM-Entdeckung Anna Elendt sorgte für besonders großen Jubel in der Schwimm- und Sprunghalle im Europapark, weil sie als Dritte in 1:08,87 anschlug. „Das zeigt mir, dass ich auch aus dem vollen Training schnell schwimmen kann“, freute sich die 18-Jährige aus Darmstadt.

Über 50m Rücken lieferten sich dann Vladimir Morozov (RUS) und Michael Andrew (USA) wieder mal ein packendes Duell, das jedoch der Russe, wie zuletzt immer, für sich entscheiden konnte. Er sprintete in 24,75 Sekunden ins Ziel. Der US-Amerikaner Andrew schlug als Zweiter nach 24,97 an. Das Trio auf dem Podest komplettiert Grigory Tarasevich (RUS), der eine Zeit von 25,14 schwamm.

Ein überzeugendes Rennen lieferte Kira Toussanit (NED) über 100m Rücken, bei denen sie nach 59,46 Sekunden als Erste ins Ziel kam. Den zweiten Platz sicherte sich die Kanadierin Taylor Ruck (CAN) in 59,84. Ein zweites Mal an diesem Abend sprang die Ungarin Katina Hosszu ins Wasser und belohnte sich mit dem dritten Rang in 1:00,65. Am Sonntag müsste sie nun noch zweimal gewinnen, um die Siegesserie im Weltcup auf 300 zu erhöhen.

Über die Sprintdistanz 50m Schmetterling der Damen wollte man vorher keine Wetten abschließen, so hochkarätig war das Feld besetzt. Die glückliche Siegerin war am Ende Ranomi Kromowidjojo(NED), sie schlug nach 25,67 Sekunden an. Die Zweitplatzierte Cate Campbell aus Australien folgte ihr nach 26,12 Sekunden. Gleich drei dritte Plätze gab es nach 26,14 zu vergeben. Neben Emilie Beckmann (DEN) und Michelle Colemann (SWE) sicherte sich auch die Magdeburgerin Aliena Schmidtke (GER) die Bronzemedaille. „Bisher war ich ja immer ganz gut darin, Vierte zu werden. Da gibt so ein Ergebnis Hoffnung und macht Mut“, sagte Schmidtke zu ihrem ersten Weltcup-Podium überhaupt.

Das letzte Einzel-Rennen an diesem Abend waren die 200m Schmetterling der Männer. Hier sah man von Anfang an den favorisierten Kristof Milak (HUN) vorn, doch hinter dem siegreichen Weltmeister (1:55,47) zeigte auch der Wahl-Berliner Ramon Klenz ein tolles Rennen und wurde in 1:57,34 Zweiter vor dem Italiener Federico Burdisso (1:57,78). „Das lief optimal, ich konnte auch auf der letzten Bahn noch richtig zusetzen“, freute sich Sportsoldat Klenz. Das erste Höhentrainingslager hat also richtig gut angeschlagen, das lässt für den weiteren Verlauf der Olympiasaison auf einiges hoffen.

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